Imkerei

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Bienenhaltung, die Geschichte der Bienenhaltung und meine eigene Imkerei in Schröck und auf der Unterseite auch etwas über meine Person.

 

Bienenhaltung

Warum hält der Mensch Bienen? Die Geschichte der Bienenhaltung können Sie unten lesen, in diesem Abschnitt geht es eher um die wirtschaftliche Bedeutung.

Die Honigbiene (Apis Mellifera Carnica) liefert neben dem Honig (aus Nektar oder Honigtau) als Hauptprodukt auch Wachs, Propolis (Kittharz, welches von Bäumen gesammelt wird), Gelée Royal (Königinnenfutter) und Pollen (von Pflanzen).

Die wirtschaftliche Bedeutung wird einem über die direkten Erzeugnisse der Honigbiene nicht bewusst, da sie als "blütentreue" Bestäuberin für alle Pflanzen in Frage kommt, welche auf eine Tierbestäubung angewiesen sind - wie Obstbäume oder Erdbeeren. Diese Bestäubung - vor allem auch durch Wildbienen - führt zu höheren Erträgen in den Kulturpflanzen.BestäubungNeu

 

Geschichte der Bienenhaltung

Die Biene als Nutztier ist schon seit dem Altertum bekannt, da dort die „Jäger und Sammler“ wildlebende Bienenvölker aufgesucht haben, um das süße Gold (den Honig) zu gewinnen. In einer 10.000 Jahre alten Höhlenmalerei in Spanien ist dieses Vorgehen sehr anschaulich dokumentiert, welches wir aus anderen Regionen der Welt (bsp. in Nepal) immer noch kennen, da es Bienenvölker gibt, welche unter Felsenvorsprüngen ihre Nester anlegen und nur so der Honig zu ernten ist.

Die Geschichte der Bienenhaltung geht mit der Sesshaftwerdung des Menschen (Neolithische Revolution) auch auf das Ägyptische Reich zurück, wo bereits erste Bienenvölker in Tonröhren gehalten wurden. Im Mittelalter kam es dann zu dem Aufblühen der Bienenhaltung, da die Kirche Bienenwachs für die Kerzenherstellung benötigte.

Diese Bedeutung wird auch noch regelmäßig in der Osternacht während der Heiligen Messe bei der Osterkerzenweihe im Exsultet deutlich. Ohne dem Wachs der Kerze gab es kein Licht, welches für Jesus Christus steht, der das Licht der Welt ist:

„[…] In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater,
nimm an das Abendopfer unseres Lobes,
nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe!
Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet,
wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche
durch die Hand ihrer Diener.
So ist nun das Lob dieser kostbaren Kerze erklungen,
die entzündet wurde am lodernden Feuer zum Ruhme des Höchsten.
Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat,
so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes.
Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs,
das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat. […]“

Da nun regelmäßig Honigwaben und ihr daraus gewonnenes Wachs benötigt wurden, gab dieses Sammeln im Mittelalter dann auch letztendlich einem ganzen Berufsstand den Namen „Zeidler“ (altdeutsch: zeideln = Honig schneiden). Die Zeidlerei (Bienenhaltung in Klotzbeuten und Bienenkörben) war dann bis ins 19. Jahrhundert eine eigene Zunft und wurde dann durch die Magazinimkerei abgelöst.

Im 19. Jahrhundert wurde das Imkern mit beweglichen Holzrähmchen entwickelt, welches sich bis heute fast überall auf der Welt durchgesetzt hat.

In der heutigen Zeit kennt jeder im Supermarkt die Auswahl an Honigen aus aller Welt, doch das Wissen über die Produktion und Herkunft ist doch sehr überschaubar. In Deutschland wird ein Großteil des nachgefragten Honigs aus dem Ausland bezogen, da die Nachfrage das Angebot aus der Region bei weitem überschreitet. Diese Honige sind oft mit "Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern" bezeichnet. Sie sind ein Gemisch und sollen immer gleich schmecken. Ob nun Zuckerwasser beigemischt wurde oder nicht, kann auch der Abfüller nicht zu 100% garantieren - anders als die kleinen Imkereien vor Ort, welche sogar in der Regel nichts dagegen haben, wenn Sie bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Benutzte Literatur:

 SchröckNeu

 

Meine Imkerei

Seit 2016 besitze ich eigene Bienen. Angefangen habe ich mit einem Volk, welches dann um einige Völker durch Ablegerbildung oder Schenkung von meinem Imkerpaten aus dem "Imkern auf Probe" auf nunmehr 5 Völker angewachsen ist. Durchschnittlich beträgt der Bienenvölkerverlust im Winter ca. 15-20%, also praktisch jedes 5. Volk. Ein "Ableger" steht in einem Jahr nicht zur Honigproduktion zur Verfügung, da es nicht stark genug ist, um überschüssigen Honig zu sammeln.

Meine Bienen stehen direkt am Landschaftsschutzgebiet "Arzbach" zwischen den Marburger Stadtteilen Schröck und Bauerbach. Dort haben sie eine natürliche Wasserquelle, eine ganzjährige Versorgung mit Pollen und Nektar (Frühblüher wie Weiden und Apfelbäumen, Sommerblüten wie Brombeeren, Bio-Landwirtschaft auf den angrenzenden Feldern, konventionelle Landwirtschaft mit Rapsanbau in der Nähe) und durch den Flugradius von ca. 3 km eine abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft. Ich imkere im Rähmchenformat "Deutsch-Normalmaß" (DNM) im Holzbeutensystem.

Mit einer eigenen Schleuder kann ich seit 2020 unabhängig von anderen Imkern meinen Honig "schleudern" und vermarkten. Die Vermarktung findet in "Neutralgläsern" (Größe 400ml / 500g) statt, um mein eigenes Honigetikett nutzen zu dürfen und da die DIB-Gläser keine Gummidichtung im Deckel haben. Im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens können Sie mir deshalb nicht nur meine eigenen Neutralgläser zurückgeben, sondern gerne auch andere saubere Gläser, an denen keine Etiketten-Klebereste vorhanden sein dürfen.

Wenn Sie ein Glas Honig kaufen möchten, mich einmal am Bienenstand besuchen wollen oder mehr über die Imkerei erfahren wollen, nehmen Sie doch einfach mal Kontakt auf!

Übrigens, da ich mich in der Freiwilligen Feuerwehr Marburg engagiere und häufiger damit konfrontiert war, besitze ich einen Sachkundenachweis "zur fachgerechten Beratung und Umsiedlung bei Problemen mit Hornissen- und anderen Wespenvölkern". Wenn Sie also Fragen zur Gefahr von Wespenvölkern auf dem Herzen haben, können Sie sich ebenfalls gerne an mich wenden - oft ist der Schädlingsbekämpfer nämlich gar nicht notwendig und darüber hinaus erlaubt! Wespen und Hornissen stehen nämlich unter besonderem Naturschutz.

Sachkundenachweis


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