Monatsbetrachtung Oktober / November 2020

In dieser Ausgabe der Monatsbetrachtung geht es um die Einfütterung und um die "Überwinterung" auch von Wespen.

Im September und Oktober sind die Völker mit "Zuckerwasser" eingefüttert und die "Sommerbienen" sterben und übrig bleiben die langlebigen "Winterbienen", welche das Überleben des Bienenvolkes sicherstellen müssen.

Einfütterung 2020

Es gilt leider bei einem Volk - Nummer 4 - festzustellen, dass es trotz eierlegender Königin so schwach ist und vermutlich den Winter nicht überleben wird. Normalerweise würde man nun dieses Volk mit einem anderen vereinigen, da dieses Volk jedoch dieses Jahr sehr ertragreich war und genügend Winterfutter hat, würde ich den Versuch wagen, ob es eventuell dennoch über den Winter kommt - je nach Witterung könnte es klappen. Wie genau der "Winter" in einem Bienenvolk aussieht, werden wir uns im Dezember zum Jahreswechsel anschauen, wenn die nächsten Arbeiten wieder anstehen - so lange lasse ich die Bienen nun in Ruhe!

Ein Problem im Herbst sind auch immer die "lästigen" Wespen, welche sich nun auch mit Beginn der ersten Fröste in der Auflösung befinden. Ende November dürften die letzten jungen Wespenköniginnen einen Winterruheplatz gefunden haben, sodass sie dann im März / April wieder einen neuen Wespenstaat gründen werden. Im Gegensatz zu Bienen überwintert bei Wespen nur die Königin - oft in aufgeschichteten Holzscheiten oder Scheunen.

Wespen 2020

Monatsbetrachtung August / September

Im August stand die Varroa-Behandlung mit Ameisensäure an, welche soweit erfolgreich verlief. Leider hatte ich bei einem Volk den Verlust meiner Königin zu beklagen und bei einem weiteren Volk war keine Bruttätigkeit festzustellen, sodass hier eine erneute Nachkontrolle erfolgen muss.

Einfütterung 2020

Jetzt beginnt jedoch ebenso die "Einfütterung", nachdem im Frühjahr und Sommer der Honig - das eigentliche Winterfutter der Bienen - geerntet wurde. Wie Sie unter "Honig" erfahren haben, ist Honig ein "Zuckergemisch", sodass mit haushaltsüblichen raffinierten Zucker eingefüttert werden kann. Dazu wird im Verhältnis 3:2, d.h. 3 kg Zucker bei 2 Litern Wasser, ein Zuckersirup angemischt, welcher den Bienen zur Abnahme verfüttert wird.

Pro Volk müssen so ca. 15-20 kg Winterfutter vorhanden sein, damit im kommenden Jahr mit starken Völkern geimkert werden kann. So kommen bei einem Kilo-Preis für Zucker bei 0,72 Euro einige Euro "Betriebskosten" zusammen, sodass Honig als qualitatives Lebensmittel durchaus einen höheren Preis gerechtfertigt.

Es ist deshalb auch im Spätsommer und Herbst wichtig, eine gewisse "Tracht" im Angebot zu haben, man sieht deshalb auf Feldern oft Sonnenblumen, Phacelia oder Senfsaaten, welche noch eine gewisse Trachtvielfalt darstellen, welche allerdings nicht im Vergleich zur Frühtracht im Frühling steht.

 

Monatsbetrachtung Juni 2020

Nachdem nun im Juni etwas Niederschlag gefallen ist und die Brombeer-Blüte beginnt, waren die Bienen in Schwarmstimmung, sodass bei den stark honigeintragenden Völkern volle Honigwaben entnommen wurden und ebenfalls einzelne Brutwaben ausgetauscht wurden.

Da mit der Sommersonnenwende am 21.06. der Hochpunkt des Bienenjahres überschritten ist, wird nicht mehr mit viel Honigeintrag gerechnet. Nachdem die Waben im Honigraum verdeckelt sind, steht für den Juli die Honigernte an.

Regelmäßig muss nun im Sommer nach der Varroa-Milbe geschaut werden, welche man durch regelmäßiges "Drohnenbrut-Ausschneiden" gut bekämpfen kann.

Hier die genaue Betrachtung der einzelnen Völker:

  • 1 (2019) - guter Honigeintrag (HR) und sehr friedvolles Volk; fast volle Honigwaben wurden in Volk 2 gehängt.
  • 2 (2016) - mäßiger Honigeintrag (2 HR) und sehr friedvolles Volk
  • 3 (2020) - Ableger, starke Entwicklung ohne Fütterung
  • 4 (2018) - Schwarmstimmung, Brutwaben entnommen, Honigwaben in Volk 2 gehängt.
  • 5 (2020) - Ableger, starke sehr gute Entwicklung ohne Fütterung

20200406 170216

 

Monatsbetrachtung Juli 2020

In der Monatsbetrachtung vom Juli 2020 stehen folgende Inhalte im Vordergrund:

a) Pflege der Bienen und Kontrolle des Varroa-Befalls

Regelmäßig muss beim Bienenstand der Grünschnitt erfolgen, um die Flugschneiße der Bienen zu beeinflussen und die Zugänglichkeit zu gewährleisten. Außerdem ist die Bienengesundheit extrem wichtig, sodass der Befall der Varroamilbe kontrolliert wurde.

Bei diesen Kontrollen wird auch nach Schwarmzellen geschaut, wobei mir dieses Mal leider eine Zelle verborgen blieb, sodass ein Volk sehr spät geschwärmt ist und die neue Königin schon in Eilage gehen konnte, nachdem die alte Königin mit einem Teil der Bienen "ausgezogen" ist.

 

b) Sommerhonig-Ernte

Da die "Trachtlage" sehr gut war, haben die Bienen fleißig Nektar und etwas Honigtau eingetragen, sodass ein leckerer, dunkler Sommerhonig geerntet werden konnte. Bei der "Ernte" wird das Honigrähmchen entdeckelt und dann ausgeschleudert. In lebensmittelechten Honigeimern wird der Honig ein paar Tage in Ruhe gelassen, damit sich kleinste Wachsteilchen an der Oberfläche absetzen können. Nach dem "Abschöpfen" dieser Wachsteilchen (= Abschäumen) wird die Kristallation beobachtet und dann mit dem "Rühren" angefangen. Das Rühren sorgt dafür, dass eine feine Kristallstruktur entsteht, welche nicht unangenehm auf der Zunge schmeckt.

Die Abfüllung in Gläser erfolgt Anfang August, sodass ab Mitte August auch neuer Sommerhonig erworben werden kann.

Honig Sommer 2020Neu 

c) Beratung Wespennest

Bei einem Gartenschuppen durfte ich bei einem Wespennest beratend tätig werden. Bei der näheren Betrachtung konnte ich die Art "Sächsische Wespe" bestimmen und darauf hinweisen, dass diese kleine Nest bald in der Auflösung ist.

 WespennestNeu

d) Marketing

Eine kleine Obstkiste wurde als "Werbe-Aufsteller" umgebaut, sodass dort mit "Handwerkszeug" eines Imkers in Zusammenhang mit "Semper Vivum" und einem Schild eine kleine Werbefläche in unserem vollsonnigen Vorgarten entstehen konnte. In der Hoffnung, dass regional die Menschen auch bald meinen Sommerhonig genießen können.

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